Olivenbaum

 

Auf Thassos gibt es mehr als eine Million Olivenbaeume unterschiedlichen Alters. Die meisten dieser Baeume sind zwischen 500 und 1800 Jahre alt. Der aelteste Baum ist in der Naehe von Rachoni zu finden und ist mehr als 2500 Jahre alt. Das Alter der Baeume kann man anhand der Staemme bestimmen. Wer einmal in einem Olivenhain verweilte, wird fasziniert sein von den unterschiedlichen Staemmen, ihres Umfangs und ihren Verwachsungen. Kein Stamm gleicht dem anderen.

 

Die Olivenernte auf Thassos beginnt Ende Oktober mit der Pressung der biologisch angebauten Oliven.

Anfang November geht es dann mit der Haupternte auf den Olivenfeldern los. Oftmals werden die Oliven bis Ende Januar geerntet. Je nach dem wie reichhaltig und gut die Ernte des jeweiligen Jahres ist.

Die Thassos Olive ist mittelgross, nicht so klein wie die typischen Kreta Oliven und auch nicht so gross wie die Kalamata Oliven. Sie reifen langsam ueber den Sommer heran, sind erst gruen und faerben sich dann roetlich und schliesslich blau-schwarz. An der Faerbung der Olive ist ihr Reifegrad zu erkennen. Befinden Sie sich einmal unter einem Olivenbaum, schauen sie nach oben. Sie koennen immer zwischen den silbrig schimmernden Blaettern hindurch den blauen Himmel sehen. Das liegt am Schnitt der Baueme. Olivenbaeume werden im Fruehjahr immer so geschnitten, dass trotz des Wachstums der Blaetter und der Bluetenansaetze , das Licht in den Baum gelangen kann, damit die Reifung der Oliven ueber den Sommer moeglichst gleichmaessig geschehen kann. Fuer einen ertragreichen Anbau ist somit der richtige Baumbeschnitt eine wichtige Grundlage.

Die Olivenernte auf Thassos erfolgt in Handarbeit. Die alten Olivenfelder sind so angelegt, dass keine Maschinen hindurch passen. Sie wuerden auch zu viel Schaden anrichten. Oliven sind Flachwurzler und ein befahren der Felder durch schweres Geraet wuerde die empfindlichen Kapilarwurzeln zerstoeren und somit wuerden die Baeume zu Schaden kommen. Es werden also zur Erntezeit grosse Netze und Planen unter die Baeume gelegt und die Oliven werden mit einer Art Plastikamm von den Baeumen “ gekaemmt“ . Dann werden sie aufgelesen und in offenen Kisten zur Oelmuehle transportiert, wo sie moeglichst innerhalb der naechsten 24 Stunden verarbeitet werden. Auf manchen Olivenfeldern koennen sie Frauen beobachten. die an einer Art Fliessband sitzen und die Oliven nach Groesse sortieren. Die groessten Oliven werden fuer den Hausgebrauch heraus genommen und per Hand fuer den Eigenbedarf weiter bearbeitet. Dann kann man sie einlegen und hat bis zur naechsten Ernte eigene Oliven fuer den Verzehr.

An bestimmten Baeumen werden die blau schwarzen Oliven bis zur letzten Reifung, also kurz vor dem Verschrumpeln an den Baeumen gelassen und erst dann geerntet. Diese Olive , die Thrumba, wird dann in dickes Salz eingelegt und als schwarze Olive im Handel angeboten. Thrumba ist in ganz Griechenland als Thassos Olive bekannt. Sie hat ein koestliches, leicht bitter- salziges Aroma und wird gern in den Bauernsalaten serviert.

Das Thassos Olivenoel wird kalt gepresst. Nach der Pressung wird der Saeuregehalt des Oels bestimmt und die Einstufung vorgenommen. Olivenoel. welches einen Saeuregehalt bis 0,8 % hat, wird als extra natives Oel eingestuft. Alles was darueber liegt ist natives Olivenoel.

Gutes Oel erkennt man an der goldenen Farbe, einem blumigen Duft, einem feinen leicht bitteren Aroma ohne scharfen Abgang durch den Hals und ohne Nachgeschmack.

Doch auch beim Olivenoel kann man ueber Geschmack nicht streiten, jeder hat seinen Favoriten. Wichtig ist, dass die Fettsaeuren und Vitamine nicht waehrend der Pressung zerstoert werden, was waehrend der Kaltpressung auch gewaehrleistet ist.

Das Thassos Olivenoel zaehlt von seiner Reinheit her zu den besten Olivenoelen.

Kraeuteroele: ein Kraeuteroel kann man sich ganz leicht selbst herstellen. Man nimmt gutes Thassos Olivenoel fuellt es in kleinere Flaeschchen und gibt dann einfach einen Zweig Rosmarin, einige Blaetter Zitronenverbene, einige Blaettchen Minze oder Knoblauch hinzu. Lassen sie es ein Weilchen stehen und Sie haben ein Kraeuteroel ganz individuell nach ihren Vorstellungen und ihrem Geschmack.

Johanniskrautoel: mein Hausrezept von meiner Schwiegermutter uebernommen heilt kleine Wunden und Hautrisse schnell und hilft bei Verspannungen und Magenbeschwerden.Johanniskraut wird gesammelt und die Blueten abgezupft und in eine grosse Flasche gestopft. Dann mit Thassos Olivenoel uebergossen und 40 Tage stehen gelassen. Das Oel bekommt eine roetliche Faerbung. Nach dem Abseihen in kleineren Flaschen aufbewahren. So hat man einen guten Vorrat. Es wirkt hilfreich beikleinen Verletzungen und bei Magenbeschwerden trinkt man ein Glaeschen.